Die in unserem Angebot aufgeführten Grenzsteine stehen im Regelfall im Eigentum des Bundeslandes, auf dessen Territorium sie heute stehen. Der Einzelfall ist aber dennoch stets zu prüfen.


Sie sind archivalisch belegt und gemäß des Denkmalschutzrechts in der Regel als sog. Kleindenkmäler zu sehen.

Seit 1900 gilt auf dem Boden des Deutschen Reiches, heute der Bundesrepublik Deutschland, das Bürgerliche Gesetzbuch, das die Eigentumsfragen regelt. Demzufolge ist seit diesem Zeitpunkt auch das Strafrecht zutreffend, da die hier anzuwendenden Strafvorschriften, wenn auch in unterschiedlichen Gesetzeswerken, bis heute in ihrer Substanz keine Veränderung gefunden haben.

Das Entfernen oder Umsetzen eines historischen Grenzsteins ist nur und ausschließlich nach Genehmigung durch den Eigentümer möglich, alles andere ist eine verbotene Eigenmacht, die strafrechtlich abzuprüfen wäre.

Diebstahl, Unterschlagung, Sachbeschädigung und Vorschriften aus dem Vermessungs- und Denkmalschutzrecht können hier einschlägig sein und empfindliche Strafen/ Bußgelder zur Folge haben, bis hin zur Haftstrafe.

Im Rahmen unserer Recherchen sind wir an vielen Grenzsteinlinien auf solche Situationen gestoßen, wo Steine fehlen, weil sie einfach entnommen wurden, teils um im Garten dekorativ zu wirken oder auch von offiziellen Stellen zu Ausstellungszwecken. In einigen Fällen wurde offensichtlich staatliches Eigentum ohne Wissen des Eigentümers verschenkt und ist nun verschollen.

ES FOLGEN: exemplarische Erläuterungen

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Grenzsteinentfernung

von der Umsetzung und Entfernung historischer Grenzsteine in fremdem Eigentum von ihrem historischen Setzungsort

 

Hegestein 63 am Gartenzaun

Landhegestein AN-SR-LHNO-063 ist ein Beispiel dafür, was aus denkmalschutzrechtlicher Sicht nicht sein sollte, rechtlich aber nicht zu beanstanden ist.

Dieser Grenzstein stand im Bereich von Neustett/ Adelshofen seit 1617 auf der Grenzlinie zwischen dem Markgraftum Ansbach und der Reichstadt Rothenburg.

Wann er letztlich entnommen worden ist, läßt sich nicht mehr feststellen.

Jedoch wurde das Grundstück, auf dem er ursprünglich gesetzt worden war nach 1810 durch das Königreich Bayern verkauft. Zu diesem Zeitpunkt war der Grenzstein nicht mehr gewidmet und wurde somit zu einem sog. "wesentlichen Bestandteil" des Grundstücks.

Damit verlor das Königreich Bayern das Eigentumsrecht und der Grenzstein gehört heute dem Grundstücksinhaber, dessen Garten er hier ziert.

Hegesteine 59 und 62 im Dachgiebel...

Die Beliebtheit von historischen Grenzsteinen wird an diesem Beispiel besonders deutlich.

An einem Stallgebäude in Neustett/ Adelshofen, das im Jahr 1900 gebaut worden ist, finden wir zwei zurecht geschlagene Hegesteine, die Nummern AN-SR-LHNO-059 und -062.

Auch diese beiden Grenzsteine wurden nach 1810 durch den bayerischen Staat zusammen mit dem Grundstück, auf dem sie standen, verkauft.

Die Nutzung der Grenzsteine mag heute kurios anmuten, aber sie ist in diesem Fall absolut legal!

HISTORISCHE GRENZE bemüht sich darum diese Grenzsteine wegen ihrer besonderen Verwendung unter Denkmalschutz stellen lassen zu können.

Hohenlohischer Stein am Feldgeschworenendenkmal

Der Grenzstein HG-PG-1804-035 ist einer der sog. "umgeschlagenen Steine" der Grenzsteinlinie HG-PG-1804 (Hohenlohische Steine), der zwischen 1804 und 1806 die Landesgrenze, die erste ihrer Art im Fränkischen Reichskreis, zwischen dem kgl.-preuß. Markgraftum Ansbach und dem Fürstentum Hohenlohe-Schillingsfürst markierte.

Dieser Stein diente schon vor 1804 als Fraischstein und wurde wegen der neuen Verwendung als Landesgrenzstein umgestaltet.

Nach seiner Entwidmung im Jahr 2014 wurde er vom historischen Setzungsort genommen und am Feldgeschworenendenkmal am Schillingsfürster Brunnenhaus neu aufgestellt.

Ob hier ein Einverständnis des Eigentümers, das ist in diesem Fall der Freistaat Bayern, eingeholt worden ist, bleibt unbekannt.

In jedem Fall aber ist es so, dass wegen der Versetzung des Steins der Eintrag in die Denkmalschutzliste nicht möglich ist, weil der Bezug  zur Grenzlinie verloren ging.

Dennoch wird er nach Art. 1 Abs 2 BayDSchG als Denkmal im Sinne des Gesetzes zu werten sein. Somit könnten die denkmalschutzrechtliche Tatbestände zutreffen, wenn es keine Genehmigung durch die Untere Denkmalschutzbehörde gegeben hätte....

Grenzsteine dauerhaft verschollen...

[Bild: Lapidarium im Stadtmuseum Weikersheim (2016)]

Wie auch immer diese beiden Grenzsteine nach Weikersheim kamen, sie sind seit etwa 1983 nicht mehr auffindbar.

Die Rede ist von Stein HG-PG-1804-037 und von Stein AN-SR-LHNO-038.

Erläuterung der Bezeichnungen

  • HG-PG-1804 - hohenlohische Grenze von 1804 auf der Frankenhöhe

  • AN-SR-LHNO - Rothenburger Landhege Nord bei Ohrenbach/AN

Von Stein -037 ist mündlich übermittelt bekannt, dass er von einem Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst an die Stadt Weikerheim gegeben worden sein soll. Hierzu wäre er nicht berechtigt gewesen, da der Stein im Eigentum des Freistaats Bayern steht.

Eine eigenitiative Rückholaktion Schillingsfürster Bürger im Jahr 1984 schlug fehl mit der Folge, dass dieser Stein, wie auch der Hegestein 038 wohl für immer verschwunden sein dürften....

Anfragen von HISTORISCHE GRENZE an die Stadt Weikersheim wurden von dort nicht beantwortet.

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