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"Ich bring mich um!"


"Ich bring mich um!"


Wir können folgende Gruppen finden:


  • Diejenigen, die mit ihren Problemen nach außen treten und mit dem "Ich bring mich um!" einen lauten und vernehmlichen Hilfeschrei senden.

  • Menschen, die in sich gekehrt um ihre Problemstellungen kreisen und damit in die Aussichtslosigkeit steuern, was letztlich die Entscheidung zur Selbsttötung nach sich zieht.

  • Personen, die in Ausnahmesituationen plötzlich so überbeansprucht werden, dass sie im Rahmen einer Kurzschlußhandlung den Freitod wählen.

So besteht das Problem nicht darin die Menschen zu hören, die sich nach außen wenden, denn hier besteht nicht nur die Bereitschaft sich helfen zu lassen, sondern der Wunsch und das Bedürfnis nach Hilfe. Hier steht dann nur im Weg, dass man in unserem Land bis zu 9 Monate auf eine Psychotherapie warten muss. Das ist für diese Menschen deutlich zu lange...


Die beiden anderen Gruppen sind hier wesentlich problematischer. Hier fehlt es schon alleine am Zugang von außen, denn dieser ist blockiert.


Manche Menschen sind in ihrem Denken nicht in der Lage ohne einen subjektiven Reputationsverlust von außen Hilfe anzufragen. Sie verstehen das als persönliche Schwäche. Hier braucht es nicht viel Fantasie, dass diese Gruppe zu einem hohen Prozentsatz männlichen Geschlechts ist. Das Bild vom "Mann, der niemals weint" spielt hier eine große Rolle.


Eine große Hilfe könnte es sein, wenn sich in der Gesellschaft das Bild des "IMMER STARK SEIN MÜSSENS" etwas relativieren könnte. Gerade starke Menschen sind deshalb stark, weil sie die Hilfe anderer in ihr Leben mit einbinden. Durch diese Feedback Vernetzung, die aber ein hohes Maß an Vertrauen fordert, können solche Abwärtsspiralen schon im Vorfeld abgefangen werden.


Die Kurzschlußhandlung bleibt eine Problemstellung, weil diese in der Kürze des Handlungsablaufes so lange unerkannt bleibt, bis der negative Erfolg eingetreten ist.


Selbsttötung ist in den allermeisten das Leben betreffenden Problemstellungen keine Lösung, die angestrebt werden sollte. Das Leben ist ein hoher Wert und dieser sollte nicht einfach weggeworfen werden. Die Thematik an sich sollte aber stärker in die öffentliche Diskussion genommen werden, denn der Tod gehört zum Leben. Alles was lebt, wird irgendwann sterben.


Hier ist ein würdiger Tod durchaus ein Thema, bei dem die Selbsttötung in einer aussichtslosen Krankheitssituation, die ein Siechtum zur Folge hat, durchaus diskutabel, wenn auch in Bezug auf die bestehenden Werte schwierig abzuarbeiten ist.


Bleibt der Schlußgedanke, dass ein "Ich bring mich um" im Regelfall keine Lösung ist.


Hier bedarf es der Hilfe und Unterstützung, auch -und ganz besonders- der schnellen Hilfe. Menschen, die sich mental am Abgrund befinden, haben nicht viel Zeit.

Wenn sich Menschen in solchen Situationen an die 112 wenden, dann sollten sie wie ein Notfall behandelt werden können, denn sie sind einer!


Aber sicher ist auch, dass keine Gesellschaft alle Ursachen und Wirkungen abfangen kann, um Menschen, die sich selbst das Leben nehmen, von ihrem Tun abhalten zu können.






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