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Ich leide! Siehst Du das nicht?


Im Wesentlichen teilen sich die Menschen in zwei große Gruppen: diejenigen, die das Leben anpacken und Misserfolge oder Schicksalsschläge als zwingend mit einplanen (=Täter) und solche, die das Leben als ein einziges Leiden empfinden und sich auch dementsprechend benehmen (=Opfer).

Während die Gruppe der Täter (und das ist nicht im kriminalistischen Sinn gemeint) jede Situation als Herausforderung nimmt, Strategien sucht, Wege sucht und dann diese auch konsequent geht, was letztlich dann auch Erfolg bringt mit der Energie weiter zu machen, ist die Opfer-Gruppe ausschließlich damit beschäftigt den Schuldigen für das eigene Leid zu finden.

Bei den Opfern scheint es geradezu segensreich zu sein, wenn man weiß, wer für die eigene Misere verantwortlich ist. Nur selbst will man das nicht sein. Das Problem bei dieser Gruppe ist der Umstand so auch keine Veränderung im eigenen Leben zustande zu bringen, was letztlich weiter frustriert und dann die „Gedanken der Weltverschwörung gegen sich“ Platz zu greifen droht.

Auf die Täter einzugehen ist hier nicht wirklich erforderlich, denn diese Menschen wissen wohin und warum.

Ein Opfer aber aus der eigenen Selbstbeweihräucherung und Lethargie zu reißen ist sehr schwierig. Wie soll man denn aus seinen Problemen kommen, wenn die ganze Welt so böse zu einem ist?

Mit dieser Frage blockiert sich das Opfer selbst!

Insoweit ist hier auch Mitleid nicht hilfreich, weil es das Opfer noch tiefer in sein Elend reißt, in dem es sich genüsslich zu baden scheint.

Probleme anpacken, Strategien finden, rechtliche Möglichkeiten aufzeigen, Partner für Einzelaufgaben finden, usw… ja, das ist Stress. Die ersten Schritte auf diesem Weg scheinen vollkommen sinnlos, weil sich ganz am Anfang nichts zu bewegen scheint. Das braucht Energie.

Doch irgendwann, manchmal auch erst nach zwei bis drei Jahren, fängt das Gefüge an sich zu bewegen. Die Qualität des eigenen Tuns beginnt sich durchzusetzen. Das Durchhaltevermögen auf dem eingeschlagenen Weg ist essentiell.

So ist es dann doch für viele Menschen der Opfergruppe einfacher sich zurückzuziehen, der Welt das eigene Leid zu klagen und damit sicherzustellen, dass man selbst nicht schuld ist.




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